Was ist neu bei der WM 2026
Format, Schiedsrichterwesen und Regeln — alles, was sich gegenüber Katar 2022 ändert.
Neues Turnierformat
48 Mannschaften statt 32
Erstmals bestreiten 48 Nationalmannschaften die Weltmeisterschaft, statt 32 wie in Katar 2022. Jeder Verband erhält mehr Startplätze: Die CONCACAF steigt von 4 auf 6 direkte Plätze plus 2 interkontinentale Playoff-Plätze, die AFC von 4,5 auf 8,5, die CAF von 5 auf 9,5, die CONMEBOL von 4,5 auf 6,5, die OFC erhält ihren ersten direkten Platz, und die UEFA steigt von 13 auf 16.
12 Gruppen zu je 4, nicht mehr 8
Die Gruppenphase läuft über 12 Gruppen von A bis L mit je 4 Mannschaften. Das frühere 8-Gruppen-Format hatte vier Spiele pro Mannschaft und einen klaren Schnitt nach den Top 2; bei 12 Gruppen muss die Rechnung angepasst werden — siehe unten.
Ein neues Sechzehntelfinale
Die jeweils zwei Gruppenbesten (24 Mannschaften) plus die acht besten Gruppendritten (8 Mannschaften) erreichen ein brandneues Sechzehntelfinale. Danach folgt der Baum dem gewohnten Schema: Achtelfinale → Viertelfinale → Halbfinale → Finale.
104 Spiele statt 64
Mehr Mannschaften und eine zusätzliche Runde bringen die Gesamtzahl auf 104 Spiele: 72 in der Gruppenphase, 16 im Sechzehntelfinale, 8 im Achtelfinale, 4 Viertelfinals, 2 Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Finale.
Drei Gastgeberländer
Das Turnier wird von den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada gemeinsam ausgerichtet — die erste WM mit drei Gastgebernationen. Jede Gastgebernation erhält einen automatischen Qualifikationsplatz. Das Finale findet am 19. Juli im MetLife Stadium in New York / New Jersey statt.
Ein 39-tägiges Turnier
Der Anstoß erfolgt am 11. Juni im Estadio Azteca (Mexiko gegen Südafrika). Das Finale ist am 19. Juli im MetLife Stadium. Die Gruppenspiele enden am 27. Juni, das Sechzehntelfinale läuft vom 28. Juni bis 3. Juli.
Schiedsrichterwesen
52 Schiedsrichter, 88 Assistenten, 30 VAR-Offizielle
Die FIFA nominierte am 9. April 2026 das größte Schiedsrichterteam der WM-Geschichte: 52 Hauptschiedsrichter, 88 Schiedsrichterassistenten und 30 Video-Offizielle aus 50 Mitgliedsverbänden aller sechs Konföderationen. Die UEFA (15) und die CONMEBOL (12) stellen die meisten Hauptschiedsrichter.
Halbautomatisches Abseits und Football Video Support
Die halbautomatische Abseitstechnologie kehrt aus Katar 2022 zurück, jetzt aber mit schnellerer Abwicklung dank KI-gestützter Erkennung des Schussmoments. Die FIFA testet zudem den Football Video Support (FVS), ein System, mit dem Trainer Videoüberprüfungen zu bestimmten Szenen anfordern können — bereits in Vereinswettbewerben erprobt.
Nur der Kapitän darf reden
Gemäß der 2024 eingeführten IFAB-Regel darf nur der Mannschaftskapitän auf den Schiedsrichter zugehen, um eine Entscheidung zu hinterfragen. Andere Spieler, die den Unparteiischen umringen, können verwarnt werden. Zu erwarten sind sauberere Fortsetzungen und sichtbarere Disziplin.
Spielregeln
Torhüter: 8 Sekunden zum Abspiel
Ab der Saison 2025/26 hob die IFAB das Haltelimit für Torhüter von den selten geahndeten 6 Sekunden auf strikte 8 Sekunden an — mit einem Eckstoß (statt eines indirekten Freistoßes) bei Überschreitung. Zu erwarten sind schnellere Fortsetzungen und weniger Zeitspiel.
26 Spieler im Kader, 5 Auswechslungen
Jede Mannschaft meldet 26 Spieler (übernommen aus Katar 2022, ursprünglich eine Sonderregelung der COVID-Zeit), statt zuvor 23. Fünf Auswechslungen pro Spiel bleiben bestehen, in der Verlängerung kommt ein zusätzlicher Wechsel hinzu.
Strengere Nachspielzeit
Die Schiedsrichter rechnen für jede Unterbrechung Zeit nach (Torjubel, Auswechslungen, Verletzungen, VAR-Überprüfungen). Die längere Nachspielzeit, erstmals bei Katar 2022 gesehen, ist nun gängige Praxis — rechne regelmäßig mit Spielen von über 100 Minuten.